22.10.2026
Weniger Bürokratie, mehr Geld für unsere Gesundheitsversorgung
Wenn bei Notarztstützpunkten und Krankenhäusern gespart werden soll, während Millionen Euro in unnötigen Verwaltungsstrukturen gebunden sind, stimmen die Prioritäten nicht. Für mich ist klar: Wir müssen zuerst die Bürokratie abbauen und das frei werdende Geld in die Versorgung der Menschen investieren.
Darüber habe ich bei unserer NÖ-Plan-Diskussion im Sole Felsen Hotel in Gmünd mit Prof. Manfred Matzka, LGA-Betriebsrätin Michaela Mayr und zahlreichen Menschen aus der Region gesprochen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wir unsere Gesundheitsversorgung verbessern und gleichzeitig die Beschäftigten entlasten können.
Sparen bei der Verwaltung, investieren in die Versorgung
Die schwarz-blaue Landeskoalition setzt bei den Notarztstützpunkten in Raabs an der Thaya und Groß Gerungs sowie beim Krankenhaus Gmünd den Sparstift an. Gleichzeitig gibt es in der Landesgesundheitsagentur erhebliches Einsparungspotenzial.
Prof. Manfred Matzka hat die Strukturen der LGA in einem Gutachten untersucht. Seine Analyse zeigt: Die Ausgliederung hat Doppelgleisigkeiten, komplizierte Zuständigkeiten und zusätzliche Verwaltungsebenen geschaffen. Er sieht ein Rationalisierungs- und Umverteilungspotenzial von mehreren hundert Vollzeitstellen sowie Einsparungsmöglichkeiten beim Sachaufwand in zweistelliger Millionenhöhe.
Diese Möglichkeiten müssen wir nutzen. Allein mit den möglichen jährlichen Einsparungen bei der LGA könnte das gesamte Notarztwesen mit seinen 32 Stützpunkten finanziert werden. Das zeigt, wie viel eine Reform der Verwaltung für die Gesundheitsversorgung bewirken könnte.
Mehr Zeit für Patientinnen und Patienten
Besonders wichtig ist mir die Perspektive jener Menschen, die täglich in unseren Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen arbeiten. Michaela Mayr hat in der Diskussion deutlich gemacht, was die Beschäftigten brauchen: klare Zuständigkeiten, nachvollziehbare Entscheidungen und weniger unnötige Verwaltung.
Wer kranke Menschen betreut und pflegt, braucht Zeit für sie. Eine Reform muss deshalb auch daran gemessen werden, ob sie die Beschäftigten im Alltag entlastet. Zusätzliche Schnittstellen und neue Verwaltungsebenen helfen dabei nicht weiter. Wir müssen Doppelgleisigkeiten tatsächlich abbauen und dafür sorgen, dass mehr Mittel unmittelbar bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung ankommen.
Das Waldviertel braucht Versorgungssicherheit
Gerade im Waldviertel sind die Wege schon heute oft weit. Deshalb dürfen Entscheidungen über Standorte und Strukturen nicht zu längeren Wegen und Versorgungslücken führen.
Für mich gilt: Gleichwertige Ersatzangebote müssen vorhanden, erprobt und funktionstüchtig sein, bevor bestehende Strukturen verändert werden. Die Sicherheit der Menschen muss immer Vorrang haben. Einsparungen auf dem Papier sind kein Erfolg, wenn im Ernstfall die notwendige Hilfe fehlt.
Die Bürgerinnen und Bürger sowie die Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter haben in Gmünd ihre Erfahrungen und Anliegen eingebracht. Genau dafür führen wir unsere NÖ-Plan-Diskussionen in den Regionen: Gute Gesundheitsversorgung muss sich an dem orientieren, was die Menschen vor Ort brauchen.
Mein Ziel ist klar: Jeder Euro, den wir durch eine bessere Verwaltung einsparen, soll den Patientinnen und Patienten und jenen zugutekommen, die täglich für ihre Gesundheit arbeiten.
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