05.02.2026
Leistbare Energie ist eine Frage der Gerechtigkeit
Die Energiepreise sind für viele Menschen in Niederösterreich zur täglichen Sorge geworden. Am Küchentisch, bei der monatlichen Abrechnung, im Betrieb. Hohe Strom- und Gaspreise waren in den letzten Jahren einer der größten Treiber der Teuerung – und sie treffen Familien, Pensionistinnen und Pensionisten sowie unsere heimischen Betriebe besonders hart.
Gerade Niederösterreich ist davon stark betroffen. Wir sind das flächenmäßig größte Bundesland, mit vielen Ein- und Zweifamilienhäusern, langen Leitungsnetzen und einem im Bundesvergleich hohen Energie- und Gasverbrauch. Das ist keine Schuldfrage, sondern eine Realität. Aber genau deshalb dürfen steigende Energie- und Netzkosten hier nicht einfach hingenommen werden.
Dass die EVN nun angekündigt hat, ab 1. April einen neuen Stromtarif von 10 Cent netto pro Kilowattstunde anzubieten, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich begrüße diese Senkung ausdrücklich. Gleichzeitig muss man aber auch klar sagen: Sie kommt spät. Wer Entlastung ernst meint, handelt sofort – und nicht erst nach Monaten. Gerade mitten im Winter wäre sie für viele Haushalte dringend notwendig gewesen.
Energiepolitik ist für mich weit mehr als eine technische Frage. Sie ist Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik und Standortpolitik zugleich. Energiepreise wirken direkt auf die Inflation und indirekt auf fast alle Lebensbereiche. Und wir wissen: In den kommenden Jahren drohen weitere Belastungen – durch notwendige Netzinvestitionen, durch strukturelle Veränderungen im Gasbereich und durch lange Leitungsnetze, die gerade Niederösterreich betreffen.
Der Bund hat erste Schritte gesetzt, etwa mit sozialeren Netzgebühren oder einem Sozialtarif für einkommensschwache Haushalte. Das ist wichtig. Aber auch das Land Niederösterreich steht hier in der Verantwortung – vor allem, weil die EVN mehrheitlich dem Land gehört.
Ein Landesenergieversorger hat einen klaren Auftrag: Versorgungssicherheit und leistbare Preise. Nicht Gewinnmaximierung. Wenn ein Unternehmen, das der öffentlichen Hand gehört, Rekordgewinne erzielt und gleichzeitig die Entlastung für Kundinnen und Kunden nur zögerlich ankommt, dann läuft etwas falsch.
Deshalb sage ich ganz klar: Übergewinne, die auf dem Rücken der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher entstanden sind, gehören ihnen auch wieder zurück. Spürbar. Nachvollziehbar. Direkt auf der Rechnung. Wenn Gewinne explodieren, dann müssen Preise sinken – alles andere ist politisch nicht zu rechtfertigen.
Genau hier setzt unser NÖ-Plan an. Er stellt die Leistbarkeit ins Zentrum. Er fordert, dass Übergewinne preiswirksam zurückgegeben werden – durch Senkungen, Gutschriften oder Rückvergütungen. Er setzt sich für faire Netzkosten ein, damit notwendige Investitionen nicht einseitig auf Haushalte abgewälzt werden, und für einen wirksamen Schutz einkommensschwacher Menschen.
Gleichzeitig denken wir langfristig. Leistbare Energie gibt es auf Dauer nur mit mehr Unabhängigkeit. Deshalb treiben wir den Ausbau erneuerbarer Energien voran: Photovoltaik auf Dächern, Speicherlösungen, Energiegemeinschaften. Jede Kilowattstunde, die wir selbst erzeugen, stärkt die regionale Wertschöpfung und macht uns unabhängiger von internationalen Krisen und Preissprüngen.
Mir ist dabei eines besonders wichtig: Transparenz und Kontrolle. Landeseigene Unternehmen brauchen klare Zielvorgaben – Leistbarkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Die Preisbildung muss nachvollziehbar sein. Wegschauen darf keine Option mehr sein.
Energie gehört zur Daseinsvorsorge. Die Gewinne daraus gehören den Menschen in Niederösterreich – nicht nur den Aktionären.
Der NÖ-Plan steht für volle Energie zu leistbaren Preisen. Und genau dafür setze ich mich ein.
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